Ein mehrstufiges AUVA-Programm hilft, Betroffene im Beruf zu halten.

Werden die Symptome berufsbedingter Hauterkrankungen nicht rechtzeitig behandelt, können sie chronisch werden und im weiteren Verlauf zur Aufgabe der beruflichen Tätigkeit zwingen. ((c) Ольга Тернавская – stock.adobe.com)

Wussten Sie, dass berufsbedingte Hauterkrankungen in Österreich die zweithäufigste Gruppe der Berufskrankheiten darstellen? Die Neuerkrankungsrate in Europa beträgt 0,5 bis 1,2 auf 1.000 Beschäftigte pro Jahr. Auch die wirtschaftlichen Folgen durch krankheitsbedingten Arbeitsausfall, Arbeitsplatzverlust und Produktionsrückgang sind hoch. Besonders betroffen sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den „Hochrisikogruppen“ Friseurhandwerk, Metallbranche, Reinigungs- und Pflegebranche, Gastronomie sowie im Bau- und Baunebengewerbe und in der holzverarbeitenden Industrie.

In Österreich stehen berufsbedingte Hauterkrankungen (BK 19) an zweiter Stelle der Berufskrankheiten. (Quelle: AUVA-Statistik 2018)

Ursachen

Bei den Erkrankungen handelt es sich meist um Handekzeme – Entzündungen der Haut, die Bläschen bilden, häufig nässen und infolge von Hautrissen sehr schmerzhaft sein können. Hervorgerufen werden sie überwiegend durch Feuchtarbeiten, also den wiederholten Kontakt mit Wasser, Reinigungsmitteln und stundenlanges Tragen von flüssigkeitsdichten Handschuhen. In manchen Branchen spielen auch Allergene (z. B. in Haarfärbemitteln, Kühlschmierstoffen, …) bei der Entstehung von Hauterkrankungen eine große Rolle.

 

Ziel: Betroffene im Berufsleben halten

Werden die Symptome nicht rechtzeitig behandelt, können sie chronisch werden und im weiteren Verlauf zur Aufgabe der beruflichen Tätigkeit zwingen. Um Betroffene und deren Arbeitgeber dabei zu unterstützen, dass es erst gar nicht so weit kommt, wurde seitens der AUVA für Versicherte mit beruflich bedingten Hauterkrankungen ein spezielles, mehrstufiges Präventionsprogramm entwickelt. Dadurch steigen nicht nur die Heilungschancen, sondern auch die Chancen auf den Erhalt des Arbeitsplatzes. So profitieren nicht nur die Betroffenen selbst, deren persönliches Leid gemildert wird – auch den Arbeitgebern bringt es Vorteile, wenn Krankenstände reduziert werden und sie sich nicht auf die Suche nach Ersatz für wertvolle Mitarbeiter und deren Know-how begeben müssen.

Was tun?

Treten berufsbedingte Hautveränderungen auf, sollte frühzeitig der Arbeitsmediziner oder ein Hautarzt aufgesucht werden. Um bereits betroffenen Personen den Zugang zu den umfangreichen AUVA-Präventionsmaßnahmen zu verschaffen, muss die Meldung des Verdachts einer Berufskrankheit (mittels entsprechendem Formular) – durch einen behandelnden Arzt, den Arbeitgeber oder durch den Arbeitnehmer selbst – an die AUVA ergehen. Je früher die Meldung erfolgt, desto besser sind die Heilungschancen. Nach erfolgter Meldung werden umgehend aufeinander aufbauende Maßnahmen gesetzt, um die geschädigte Haut zu heilen, bleibende Schäden der Haut zu verhindern und damit dem Versicherten den Verbleib im Beruf zu ermöglichen.

 

Umfangreiches Maßnahmenpaket

Die konkreten Maßnahmen umfassen individuelle Analysen und Beratungen in der AUVA-Hautsprechstunde, Allergieaustestungen und die Teilnahme am AUVA-Hautschutzseminar mit anschließender Zusammenstellung entsprechender Persönlicher Schutzausrüstung für einen zweimonatigen Arbeitsversuch. Bei schweren und komplexen Verläufen besteht darüber hinaus die Möglichkeit eines dreiwöchigen stationären Aufenthaltes an der Abteilung für Berufskrankheiten und Arbeitsmedizin der Rehabilitationsklinik Tobelbad. Die Kosten für diese Maßnahmen sowie Dienstgeberzuschüsse während notwendiger Reha-Aufenthalte und anschließender Arbeitskarenzen werden von der AUVA übernommen.

Weitere Infos zum Präventionsprogramm finden Sie hier:

Für Fragen zu den Themen Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz und bei der Ausbildung stehen Ihnen die Präventionsexpertinnen und -experten der AUVA-Landesstelle Wien jederzeit gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns unter sichereswissen@auva.at