Wer privat schon mal Schnee geschaufelt hat, kennt die damit verbundene körperliche Belastung. Im betrieblichen Kontext sind jedoch meist größere Flächen von der weißen Pracht zu befreien. Bereits einfache technische Hilfsmittel können wesentlich zu einer Entlastung der damit betrauten Mitarbeiter beitragen.

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In einigen Gebieten Österreichs stellt starker Schneefall für kaum jemand eine Überraschung dar. Auch nicht für Betriebe, die bereits im Vorfeld entsprechende Überlegungen anstellen, wie und von wem eine Schneeräumung im Fall des Falles erfolgen kann, damit es zu keinen Gesundheitsgefährdungen für Mitarbeitende, Lieferanten und Kunden kommt. Im Idealfall sind beim ersten Schneefall aufgrund der Gefährdungsbeurteilung (Evaluierung) schon ausgefeilte Prozesse vorhanden, wie Mitarbeiter und Besucher vor den Gefahren und Folgen eines Sturzes weitgehend geschützt werden sollen.

 

Oft kommen technische Hilfsmittel wie kleine Traktoren, Schneepflugaufsätze für Geländefahrzeuge oder auch Schneefräsen zum Einsatz. Aber nicht in allen Landesteilen rentiert sich die Anschaffung solcher Spezialgeräte. Dennoch stellt die Schneeräumung einen nicht unerheblichen Aufwand und eine erhebliche Belastung für die damit befassten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar. Wer keine anderen Hilfsmittel zur Verfügung hat, nimmt typischerweise die Schneeschaufel in die Hand, um Geh- und Verkehrswege von der weißen Pracht zu befreien. Je nach Intensität des Schneefalls kann es hier über Tage und Wochen hinweg zu erheblichen körperlichen Zusatzbelastungen kommen.

 

Belastung reduzieren – aber wie?

Um die beteiligten Personen zu entlasten, sind geeignete Arbeitsmittel erforderlich. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich entweder verstellen lassen oder generell so gebaut sind, dass eine weitgehend aufrechte Oberkörperhaltung für eine möglichst große Personengruppe möglich wird. Schneeschaufeln oder auch Besen und Rechen, die unter der Bezeichnung „ergonomisch“ geführt werden, zeigen in der Stielform eine Krümmung nach oben auf. Dank des dadurch nur wenige Zentimeter erhöhten Griffs, kann der Oberkörper aufrecht(er) gehalten werden, wodurch es zu einer Verringerung der Belastung in der Wirbelsäule kommt.

Eine ergonomische Schneeschaufel ermöglicht eine aufrechtere Haltung des Oberkörpers. (Illustration. lwlom)

Eine weitere Möglichkeit große Schneemengen über Flächen zu transportieren, stellen sogenannte „Schneeschlitten“ dar. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um Aluminiumschaufeln, die aufgrund der Auflage im Schnee über die Fläche gleiten und so Schneemassen auch weiter weg ablegen können, ohne diese in der Schaufel tragen zu müssen.

 

Es gibt aber auch noch weitere Möglichkeiten, die im Einzelfall eine ergonomische Entlastungen mit sich bringen, aber auch nicht mit dem finanziellen Aufwand von motorisiertem Gerät verbunden sind. Aus Russland stammen z. B. Erfindungen, bei denen größere Räder, wie von einer Kutsche oder einem Fahrrad, mit einer Schaufel, einem Stiel und einem Schiebegriff verbunden wurden. Mit solchen Hilfsmitteln können die Schneemassen zur Seite geschoben werden und die Kraft des Schiebens kommt weitgehend aus den Beinen und wird nicht durch die Haltekraft am Griff limitiert. Zusätzlich kann die schneeräumende Person den Oberkörper weitgehend aufrecht halten.

Auch kreative Erfindungen können zu einer Entlastung beim Schneeräumen führen. (Illustration: lwlom)

Ergonomische Schaufeltechnik

Sind keine anderen Hilfsmittel als eine normale Schneeschaufel vorhanden, sollte man auf eine möglichst ergonomische Schaufeltechnik achten. Dadurch kann man vermeiden, die Schneelast aus dem Rücken zu heben. Dabei stellt man sich in Schrittstellung zur Schneefläche, beide Hände an der Schaufel. Beugen Sie Ihre Knie, halten Sie Ihren Oberkörper gerade und stützen Sie den vorderen Unterarm am Oberschenkel des vorderen Beins ab. Dadurch wird ein Drehpunkt generiert, über den das Gewicht der Schaufel auf das Bein abgegeben werden kann. Beladen Sie die Schaufel am Boden und drücken Sie mit der hinteren Hand und mit Hilfe des Körpergewichts den Stiel nach unten. Drehen Sie die beladene Schaufel dann zum Leeren über den Unterarm nach außen.

Auch eine ergonomische Schaufeltechnik trägt zur Entlastung bei. (Illustration: lwlom)

Welche Lösung für einen Betrieb die beste ist, hängt von den jeweiligen Faktoren vor Ort ab. Wichtig ist jedoch immer zu bedenken, dass die körperliche Belastung der mit der Schneeräumung betrauten Personen bereits mit kleinen Hilfsmitteln oder organisatorisch, durch die Aufteilung der Arbeit auf mehrere Personen, deutlich reduziert werden kann.

Bei Fragen zum Thema stehen Ihnen die Präventionsexpertinnen und -experten der AUVA jederzeit gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns unter sichereswissen@auva.at