Der Weg zur Schule ist für Kinder ein wesentlicher Schritt zur Selbstständigkeit. Wie Eltern ihre Kinder dabei am besten unterstützen können, zeigen unsere AUVA-Tipps für das Schulwegtraining. 

Schulwegtraining hilft Ihrem Kind sicher in die Schule zu kommen. (Foto: lwdsa)

Bald ist es wieder soweit: Der erste Schultag steht für Tausende von Erstklassler:innen vor der Tür und ist für Eltern und Kinder ein bedeutsamer Tag. Schritt für Schritt werden Kinder selbstständiger, beginnen buchstäblich ihre eigenen Wege zu gehen, in der Schule wie auch auf dem Weg dorthin. Auch wenn die Freude groß ist, wachsen doch bei vielen Eltern die Sorgen, ob ihr Kind den künftigen Anforderungen gewachsen ist. Eine gute Vorbereitung und sehr viel Übung helfen Eltern und Kindern dabei, die „Herausforderung Schulweg“ sicher bewältigen zu können.

 

Zu Fuß zur Schule – Sicherheit geht vor!

Meist führen mehrere unterschiedliche Wege zur Schule, doch der kürzeste Weg ist nicht immer auch der sicherste. Eltern sollten gemeinsam mit dem Kind den sichersten Fußweg zur Schule aussuchen, auch wenn dieser einen Umweg bedeutet. Prinzipiell sollten am Schulweg so wenig wie möglich stark frequentierte Straßen überquert werden. Wichtig: Sichere Übergänge mit Überquerungshilfen wie Ampel, Schulwegsicherung, Zebrastreifen, Mittelinsel etc. wählen. Für viele Volksschulen gibt es bereits Schulwegpläne (www.schulwegplan.at), die Eltern und Kindern bei der Auswahl geeigneter Wege helfen.

 

10 Tipps für einen sicheren Schulweg:

Um Kinder bei der Bewältigung des Schulwegs zu unterstützen, muss der künftige Schulweg gut trainiert werden. Alle kritischen Stellen – besonders Überquerungen – sollen von den Eltern genau erklärt und das richtige Verhalten mehrmals vorgezeigt, kommentiert und geübt werden (siehe auch Blog-Beitrag Acht Videos für einen sicheren Schulweg). Je besser ein Kind seinen Schulweg kennt, umso eher kann es ihn ohne Begleitung von Erwachsenen zurücklegen. Was ist dabei zu beachten?

 

(1) Vorbild sein ….

… nicht nur beim Schulwegtraining – sondern immer, wenn Sie gemeinsam mit Kindern unterwegs sind. Kinder lernen durch Beobachtung und Nachahmung. Wenn Sie die Straße beispielsweise einige Meter neben der Ampel oder bei rotem Licht queren, weil Sie es eilig haben, merkt sich das Ihr Kind – und wird später, wenn es denselben Weg alleine geht, auch an dieser Stelle queren. Mit dem Unterschied: Sie haben Erfahrung und können die Verkehrssituation einschätzen. Kindern fehlt beides. Sie können dann buchstäblich unter die Räder kommen, wenn sie auch einmal „erwachsen“ sein wollen.

 

(2) Sehen und gesehen werden

Prüfen Sie jede Überquerungsstelle am Schulweg auf gute Sicht. Begeben Sie sich dabei auf Augenhöhe Ihres Kindes, um aus dieser Perspektive zu erkennen, ob Ihr Kind gut in die Fahrbahn einsehen kann. Ihr Kind muss den:die Autofahrer:in sehen können – dieser:diese muss Ihr Kind ebenfalls sehen können. Überquerungsstellen mit Sichthindernissen wie Kurven, Kuppen, parkenden Fahrzeugen, Sträuchern, Containern etc. unbedingt meiden!

Zwischen parkenden Fahrzeugen sollte Ihr Kind nicht queren. (Foto: Jacqueline Godany)

(3) Stehen – Schauen – Gehen

Stehenbleiben am Gehsteigrand ist die Grundlage sicheren Verhaltens für Ihr Kind. Das gilt bei jeder Überquerung und sollte von Ihrem Kind verinnerlicht werden. Ebenso wichtig ist das bewusste Schauen in alle Richtungen, aus denen ein Fahrzeug kommen könnte. Merken: Erst losgehen, wenn die Fahrbahn frei ist, oder alle Fahrzeuge angehalten haben!

Vor jeder Überquerung: Immer Halt am Gehsteigrand. (Foto: lwdsa)

(4) Ampel und Zebrastreifen

Auch wenn die Ampel grün zeigt, nicht gleich losgehen! Üben Sie mit Ihrem Kind, bewusst nach beiden Seiten und bei Kreuzungen auch über die Schulter zu schauen. Achten Sie auf mögliche Abbieger:innen, die auch „Grün“ haben. Halten Sie mit Ihrem Kind auch bei einem Zebrastreifen unbedingt am Gehsteigrand an – und überqueren Sie erst dann, wenn die Lenker:innen gehalten haben oder die Fahrbahn frei ist.

 

(5) Hauseinfahrten

Achten Sie beim Schulwegtraining auch auf Ein- und Ausfahrten und weisen Sie Ihr Kind darauf hin, dass diese oft schwer einsehbar sind. Die Kinder befinden sich auf Gehwegen, im sicheren Bereich, und denken nicht an die mögliche Gefährdung.

 

(6) Rad- und Rollerfahrer:innen

Rollerfahrer:innen sind auf Gehwegen unterwegs, Radfahrer:innen fahren oft gegen die Einbahn. Bei Richtungswechseln und Fahrbahnquerungen sollte Ihr Kind mit Zweiradfahrer:innen rechnen und bewusst darauf achten.

 

(7) Hektik vermeiden

Planen Sie morgens genügend Zeit ein. Ein gestresstes Kind ist unkonzentriert und unter Zeitdruck können leichter Fehler passieren.

 

(8) Sichtbarkeit erhöhen

Reflektierende Materialien auf Kleidung und Taschen sowie Warnwesten erhöhen die Sichtbarkeit Ihres Kindes enorm. Achten Sie darauf, dass diese von Ihrem Kind tatsächlich getragen werden.

 

(9) Ablenkungen vermeiden

Kinder sind neugierig und leicht ablenkbar, der Straßenverkehr verlangt jedoch permanente Aufmerksamkeit. Ein Blick auf das Smartphone – auch wenn er noch so kurz ist – kann gefährlich werden. Achten Sie deshalb darauf, dass das Smartphone in der Tasche bleibt, wenn Ihr Kind im Straßenverkehr unterwegs ist.

 

(10) Abseits der Schule halten

Falls Sie Ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen, halten Sie nicht direkt vor dem Schulgebäude, sondern im weiteren Umfeld an einer sicheren Stelle. Das letzte Stück zu Fuß zurückgelegt, macht Ihr Kind konzentrierter und fitter für den Unterricht.

AUVA-Schulwegpläne

Für zahlreiche Volksschulen in Österreich gibt es Schulwegpläne, die von der AUVA in Kooperation mit Partner:innen und Behörden erstellt werden. Schulwegpläne erleichtern Eltern die Wahl des sichersten Schulwegs für ihre Kinder. Abgebildet ist darauf der Einzugsbereich des jeweiligen Schulumfelds mit Empfehlungen über sichere Wege und geeignete Überquerungsstellen, aber auch mit Hinweisen auf weniger geeignete Überquerungsstellen sowie Bereiche, die Kinder am Schulweg meiden sollten.

Schulwegpläne für Volksschulen unterstützen bei der Auswahl des sicheren Schulwegs. (Foto: lwwoe)

Mehr Infos zum Thema:

 

Bei Fragen zum Thema sicherer Schulweg steht Ihnen das Präventionsteam der AUVA jederzeit gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns unter sichereswissen@auva.at