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Das „Kreuz mit dem Kreuz“

Rund 43 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ab 15 Jahren leiden an Rückenschmerzen, d. h. chronischen Schmerzen in Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule (Quelle: Statistik Austria). Neben der Einschränkung der persönlichen Lebensqualität und des Wohlbefindens der Betroffenen haben diese chronischen Leiden aber auch enorme Auswirkungen auf Unternehmen und die Volkswirtschaft – durch damit verbundene Arbeitsausfälle. Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (sog. „Muskulo-Skelettal-Erkrankungen“) liegen in Österreich auf Platz zwei bei den häufigsten Ursachen für Krankenstandstage. Zusammen mit den Krankheiten des Atmungssystems verursachen sie 50 Prozent der Krankenstandsfälle und gut 40 Prozent der Fehlzeiten (Quelle: WIFO Fehlzeitenreport 2017).

 

“Schwere Lasten“ für den Rücken

Egal, ob jemand körperlich arbeitet oder den klassischen Bürojob hat: Ursachen für Muskulo-Skelettal-Erkrankungen sind oftmals arbeitsbedingt und liegen in unergonomischen Arbeitsbedingungen. Zu den größten körperlichen Belastungen am Arbeitsplatz gehören das Hantieren mit schweren Lasten und starre, vorgegebene Bewegungsabläufe. Falsches Heben und Tragen schadet dabei nicht nur dem Bewegungs- und Stützapparat, sondern kann in der Folge durch Ermüdung und Fehlbelastungen auch zu einem erhöhten Unfallrisiko am Arbeitsplatz führen.

Aber auch der klassische Bürojob, bei dem der Großteil des Arbeitstages sitzend vor dem Computer verbracht wird, oder Arbeitsstress an sich, stellen eine „Last“ für den Rücken dar. Umso wichtiger ist es, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer über ergonomische und rückenschonende Maßnahmen und Techniken informiert sind und darin entsprechend unterwiesen werden.

EXPERTENTIPP:

Die Einführung ergonomischer Arbeitshöhen sowie regelmäßige Abwechslung der Arbeitshaltung sind wesentlich für rückenschonende Arbeitsplätze. Mobilisations- oder Ausgleichsübungen können Rückenproblemen langfristig vorbeugen. Sie sind einfach in den täglichen Arbeitsablauf zu integrieren, nehmen nur wenige Minuten in Anspruch und können direkt am Arbeitsplatz durchgeführt werden“.

Mag. Markus Lombardini, Ergonom und Sportwissenschafter

AUVA-Landesstelle Wien

Partner für Betriebe in der Prävention

Um Krankenständen und einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Berufsleben vorzubeugen, sind frühzeitige Präventionsmaßnahmen vor allem bei vorwiegend sitzenden oder stehenden Tätigkeiten sinnvoll. Daher unterstützt die Präventionsabteilung der AUVA-Landesstelle Wien Betriebe mit zahlreichen Angeboten für eine ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen und -abläufen.

Erfahrene Ergonomen und Arbeitsmediziner stehen Unternehmen in Wien, NÖ und Bgld. beratend zur Seite – mit Fachvorträgen, Ergonomieberatungen oder im Zuge konkreter Arbeitsplatzanalysen vor Ort im Unternehmen. Kontakt: sichereswissen@auva.at

Im Beitrag „Prävention für einen gesunden Rücken“ finden sie einen Auszug unserer vielfältigen Präventionsangebote für ergonomische und rückengesunde Arbeitsbedingungen.

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Quellen (Zahlen): STATISTIK AUSTRIA Gesundheitsbefragung 2014,
WIFO Fehlzeitenreport 2017