Kurz noch eine Nachricht versendet, während man Musik hört und schnell die Straße überquert – von voller Konzentration sind viele Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr leider oft weit entfernt. Beinahe selbstverständlich werden oft mehrere Dinge gleichzeitig erledigt, während wir uns zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Moped oder dem Auto von A nach B bewegen. Nicht ohne Risiko: Jährlich passieren nach Einschätzung der Polizeiorgane rund 13.000 Unfälle mit Personenschaden aufgrund von Ablenkung bzw. Unachtsamkeit auf Österreichs Straßen, davon 108 mit tödlichem Ausgang. Mit einem Anteil von 38,4 Prozent am Gesamtunfallgeschehen ist Ablenkung bzw. Unachtsamkeit im Ortsgebiet und Freiland somit immer noch der negative Spitzenreiter bei den Hauptunfallursachen in Österreich.

Informationsflut als Ablenkungsfaktor

Vor allem die alltägliche Informationsflut und ständiges Multitasking führen dazu, dass unser Gehirn zunehmend überlastet ist. Durch die Einschränkung der Verarbeitungskapazität und der damit verbundenen „Unaufmerksamkeitsblindheit“, verliert der Verkehrsteilnehmer die Fähigkeit, Dinge wahrzunehmen, die um ihn herum passieren. Dies hat eine geringere Konzentration zur Folge, welche jedoch überlebensnotwendig ist, um seine Wege sicher zurückzulegen. Bereits eine Sekunde der Unachtsamkeit im Straßenverkehr kann zu gefährlichen Konsequenzen führen.

Auch Fußgänger zunehmend abgelenkt

Neben den motorisierten Verkehrsteilnehmern sind auch Fußgänger immer häufiger abgelenkt im Straßenverkehr unterwegs. Selbst am Gehweg oder beim Überqueren einer Kreuzung wird wiederholt ein Blick auf das Mobiltelefon geworfen und der Umgebung nicht mehr die erforderliche Aufmerksamkeit geschenkt. Die Statistik zeigt: In Österreich sind durchschnittlich 29 Prozent der Fußgänger beim Queren einer Straße erkennbar abgelenkt, was leider häufig auch zu Unfällen führt.

Volle Aufmerksamkeit voraus!

Eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr – egal, ob als Autofahrer, Fahrradfahrer oder Fußgänger – erfordert jederzeit volle Aufmerksamkeit und Konzentration. Unvorhergesehenes kann jederzeit passieren, deshalb sollten Augen und Ohren stets offen gehalten werden, um im Notfall schnell reagieren zu können. Der Blick aufs Handy, am Steuer essen sowie andere Ablenkungen sollten im Straßenverkehr zum Wohle der Allgemeinheit komplett vermieden werden. Es gilt: Volle Konzentration im Straßenverkehr!

Ablenkungsworkshop

Wodurch kann man überhaupt abgelenkt werden? Welche Gefahren ergeben sich dadurch? Und was kann man selbst dagegen tun? Diese und weitere Fragen behandelt ein eigener „Ablenkungsworkshop“, der von AUVA und KFV für Schulen (Jugendliche zw. 15 und 19 Jahren) und für Betriebe angeboten wird. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird verdeutlicht, dass Ablenkungen grundsätzlich immer und überall existent sind, dass es aber wichtig ist, wie man darauf reagiert. Im Rahmen des Workshops erarbeiten sie daher Lösungen und Verhaltensstrategien, um künftig voll konzentriert und aufmerksam am Straßenverkehr teilnehmen zu können. Denn Multitasking hat im Straßenverkehr keinen Platz.

Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) sorgen für mehr Sicherheitsbewusstsein auf unseren Straßen. Informationen zu gemeinsamen Aktionen und Schulungen im Bereich Wien, Niederösterreich und Burgenland erhalten Sie unter sichereswissen@auva.at

Credit: Kzenon – Fotolia