Manche Güter, wie etwa mRNA-Impfstoffe gegen das Coronavirus SARS-CoV-2, müssen bei ca. -80 Grad Celsius gelagert und transportiert werden. Dazu eignet sich Trockeneis hervorragend. Beim Umgang mit dem tiefkalten Stoff müssen jedoch einige Sicherheitsregeln eingehalten werden, denn es kann dabei zu Kältever­brennungen, dem Bersten von Behältern oder zur Erstickung durch CO2 kommen.

(Foto: lwdrj)

Gefahren beim Umgang mit Trockeneis

Trockeneis ist festes Kohlendioxid (CO2), das bei -78,6°C sublimiert, das heißt es geht direkt aus dem festen in den gasförmigen Zustand über.

  • Vergiftung bzw. Erstickung: Bei -80°C ist Trockeneis fest. Ab -78,6°C sublimiert („taut“) es auf und gibt dabei CO2 an die Luft ab. Für Personen in der Umgebung erhöht sich damit der Anteil von CO2 in ihrer Atemluft – und zwar ohne, dass sie es merken, denn CO2 ist geruchlos. Das kann je nach Anteilserhöhung zu unterschiedlich schweren Folgen von Schläfrigkeit bis zum Tod führen.
  • Kälteverbrennungen: Der Kontakt mit Trockeneis kann zu Kälteverbrennungen an Haut oder Augen führen. Die Kälteverbren­nung ist eine Sonderform der Erfrierung. Die extreme Kälte verursacht binnen Sekunden lokale, verbren­nungsartige Schäden an den betroffenen Körperteilen.
  • Überdruck: Die Sublimation von Trockeneis – also der Übergang vom festen in den gasförmigen Zustand – führt zu einem deutlichen Volumsanstieg. Das kann beim Verwenden von dichten Behältern zum Bersten führen.

Regeln für den sicheren Transport

Damit ein sicherer Transport von Gütern unter Kühlung mit Trockeneis gewährleistet ist, müssen folgende Regeln eingehalten werden:

  • Boxen mit Trockeneis nicht dicht verschließen. So wird ein unkontrollierter Druckanstieg und damit ein Bersten ausgeschlossen. Dabei ist die Relation des ansteigenden Volumens zu beachten: 2 kg festes Tro­ckeneis werden zu über 1.000 Litern (1 m³) gasförmigen Kohlendioxids!
  • Boxen unter Trockeneiskühlung richtig kennzeichnen. Die Kennzeichnung muss folgende Wortlaute umfassen: „KOHLENDIOXID, FEST, ALS KÜHLMITTEL“ oder „TROCKENEIS, ALS KÜHLMITTEL“. Dabei ist die Schreibweise in Großbuchstaben anzuwenden. Die Kennzeichnung ist deutlich, dauerhaft und gut sichtbar anzubringen.
  • Boxen unter Trockeneiskühlung bzw. Boxen mit Trockeneis erst unmittelbar vor Fahrtantritt ins Fahrzeug verladen.
  • Vor dem Einsteigen in das Fahrzeug für ausreichende Lüftung sorgen.
  • Luftaustausch zwischen Fahrgastraum und Laderaum verhindern. Es sollten bevorzugt Fahrzeuge eingesetzt werden, bei denen der Fahrgastraum vom Laderaum vollkommen getrennt ist, sodass kein di­rekter Gas(„Luft“)-Austausch möglich ist. Das verhindert den gefährlichen Anstieg von CO2 in der Atemluft der Fahrzeuginsassen. Wenn ein üblicher PKW bzw. Kombi verwendet wird, muss das Trockeneis im Koffer­raum transportiert werden und die Lüftung muss auf möglichst hoher Stufe ausschließlich mit Außenluft laufen.
  • Warnkennzeichen für Gefahrgut an Laderaum-Zugängen anbringen, falls nötig. Der Laderaum verfügt im Idealfall über eine gute und dauerhaft wirksame natürliche oder technische Entlüftung. Ist dies nicht der Fall, bzw. wird der Laderaum als luftdicht angesehen, müssen alle Zugänge (Türen) zum Fahrzeug im Ladebereich mit einem speziellen Warnkennzeichnen für Gefahrgut gemäß Transportrecht versehen werden. Verpflichtend gilt diese Kennzeichnung, wenn das Trockeneis an sich transportiert wird und nicht als Kühlmittel für den Transport von Gütern, die gekühlt werden müssen, eingesetzt wird.

 

Alle sonstigen ArbeitnehmerInnen-Schutzvorschriften sind natürlich ebenso zu beachten; insbesondere müssen Zustellerinnen und Zusteller über die Gefährdungen im Umgang mit Trockeneis unterwiesen werden. (Dies fordert auch das Transportrecht!)

Weitere Infos:

 

Bei Fragen zum Thema stehen Ihnen die Präventionsexpertinnen und -experten der AUVA jederzeit gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns unter sichereswissen@auva.at