Gerade in der kalten Jahreszeit sinkt die relative Luftfeuchtigkeit unter den empfohlenen Richtwert. Ein Blick auf das Hygrometer zeigt die tatsächliche Luftfeuchtigkeit im Raum an.

Laut Arbeitsstättenverordnung (AStV) sollte die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 % und 70 % liegen. Aus arbeitsmedizinischer Sicht begünstigen bereits Werte über 50 % die Vermehrung von Hausstaubmilben sowie die Bildung von Schimmelpilzen. Werte unter 40 % führen hingegen zur Austrocknung der Haut und Schleimhäute.

 

Ist die Luft an Ihrem Arbeitsplatz zu trocken, kann es zu Atemwegsbeschwerden (z. B. Halskratzen, Husten), trockenen und juckenden Augen (vor allem bei Bildschirmarbeit), und auch vermehrt zu Atemwegsinfektionen kommen. Das Auftreten dieser Beschwerden kann durch Einhalten der empfohlenen Luftfeuchtigkeit vermindert werden.

 

Was tun, wenn die Luft zu trocken ist?

Bevor man Maßnahmen trifft, ist eine Messung der Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer notwendig. Ist die Luft zu trocken, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Richtiges Lüften (keine gekippten Fenster, sondern mehrmals täglich Stoßlüften; Wenn in Büroräumlichkeiten Fenster nicht geöffnet werden können, muss eine mechanische Be- und Entlüftung vorhanden sein, die entsprechend eingestellt sein muss.)
  • Luftbefeuchter: Hier gibt es unterschiedliche Befeuchtungstechniken, die sich in Kosten, Stromverbrauch, Wartungsaufwand, etc. unterscheiden. Häufig eingesetzte Befeuchtungstechniken sind Verdampfen, Vernebeln, und Verdunsten. Bei Verdampfern wird das Wasser in einem Gerät erhitzt, wodurch die Gefahr einer Keimbelastung verhindert wird. Der Stromverbrauch ist hoch, weiter besteht die Gefahr eines Unfalls mit Verbrennungen durch das heiße Wasser. Bei Verneblern wird das Wasser bei Raumtemperatur meist durch Ultraschall vernebelt. Bei Verdunstern geschieht dies dadurch, dass Wasser bei Raumtemperatur auf einer großen Oberfläche verdunstet. Diese Geräte haben einen sehr geringen Stromverbrauch, kritisch ist jedoch aus hygienischer Sicht das Keimwachstum, weshalb regelmäßige Reinigung und Wartung besonders wichtig sind. Chemische Zusätze zur Verhinderung des Keimwachstums sind aus arbeitsmedizinischer Sicht bedenklich, da diese oft Substanzen enthalten, die bekannter Weise Allergien auslösen können und beim Betrieb des Gerätes in die Raumluft abgegeben werden.
  • Pflanzen sind eine schöne und hygienisch unbedenkliche Variante der Luftbefeuchtung. Berücksichtigt werden sollten dabei eventuell vorhandene Allergien (z. B. auf Ficus Benjamini).
  • Luftbefeuchter für den Heizkörper sind nicht empfehlenswert, da einerseits die Befeuchtungsleistung gering und eine ausreichende hygienische Reinigung aufwendig oder oft gar nicht möglich ist.

Wenn an Ihrem Arbeitsplatz bereits gesundheitliche Beschwerden aufgetreten sind, wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Arbeitsmedizinerin bzw. Ihren zuständigen Arbeitsmediziner.

Bei weiteren Fragen zur Klimaqualität am Arbeitsplatz stehen Ihnen die Präventionsexpertinnen und -experten der AUVA-Landesstelle Wien gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns unter sichereswissen@auva.at

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