Das traditionelle AUVA-Fortbildungsseminar „Sichere Holzbearbeitung“ überzeugt jedes Jahr Fachlehrer:innen mit geballtem Know-How und hohem Praxisanteil.

Unterweisung zum sicheren Arbeiten an der Baustellenkreissäge.
Unterweisung zum sicheren Arbeiten an der Baustellenkreissäge – praktisch erklärt und im Kollegium diskutiert. (Foto: R. Reichhart)

Ein Klassentreffen mit fachlichem Tiefgang – so beschreiben Teilnehmer:innen das AUVA-Fachseminar „Sichere Holzbearbeitung in Theorie und Praxis“, das jedes Jahr vor Schulanfang in einem anderen Bundesland abgehalten wird. Der Kurs für Praxislehrkräfte aus berufsbildenden Schulen bietet alljährlich einen breiten Mix aus Fachvorträgen, Werkarbeit und Betriebsbesichtigungen. An drei Tagen wird geballtes Wissen zur sicheren Holzbearbeitung in Theorie und Praxis vermittelt.

 

In diesem Jahr trafen sich 120 Teilnehmende aus ca. 45 Ausbildungseinrichtungen im Bildungszentrum LLA Imst bzw. der HTL Imst, um neue Impulse zu erhalten und ihre Erfahrungen auszutauschen. Zu den fachlichen Schwerpunkten zählten dieses Mal die Lasersicherheit bei der Holzbearbeitung, der Umgang mit handgeführten Schleifmaschinen zur Oberflächenbearbeitung sowie neue Problemstellungen wie Handling und Lagerung von Lithium Ionen Akkus.

 

Das Werkzeug in die Hand bekommen

Der zweite Seminartag ist traditionell der Praxistag. Heuer wurden mittels Praxisstationen in den Werkstätten der HTL Imst sowie durch Exkursionen in umliegende Fachbetriebe der Holzbearbeitung die Lehrinhalte erfahrbar gemacht. Wenn die Teilnehmer:innen das sprichwörtliche Werkzeug zur Holzbearbeitung auch wirklich in die Hand gelegt bekommen, ist die Wirkung einer solchen Veranstaltung gleich doppelt so hoch: So nutzen die Lehrpersonen gerne die Gelegenheit, im Rahmen des Seminars wieder einmal selbst ein Werkstück unter einer bestimmten Anleitung anzufertigen und ihr Augenmerk dabei besonders auf sicherheitsrelevante Aspekte zu lenken.

 

In weiteren Praxisstationen ging es beispielsweise um die Messung von elektrostatischer Aufladung beim Absaugen von Holzstaub oder um die Unterweisung für Arbeiten an der Baustellenkreissäge. Denn das Be- und Verarbeiten von Holz gehört zu den beruflichen Tätigkeiten mit erhöhter Unfallgefahr, wie auch die AUVA-Unfallstatistik zeigt. Alleine 2022 ereigneten sich in holzbe- und -verarbeitenden Betrieben sowie Zimmereien 3.300 Arbeitsunfälle, die über 70.000 Krankenstandstage zur Folge hatten. Um diesen Unfällen proaktiv und nachhaltig entgegenzuwirken, wurde das Fachseminar ins Leben gerufen.

Zwei Teilnehmer des AUVA-Fachseminars "Sichere Holzbearbeitung" beim Erstellen eines Werkstücks
Praxislehrkräfte beim Fertigen der Werkstücke - hier ist höchste Präzision gefragt! (Foto: R. Reichhart)

Multiplikation der Arbeitssicherheit

Der Schutz von Menschen während der Ausbildung und bei der Arbeit ist Hauptaufgabe der AUVA. Daher ist es uns wichtig, die angewandte Arbeitssicherheit bereits in der Berufsausbildung zu verankern und sowohl die Lehrpersonen als auch die Lernenden als Multiplikatoren:Multiplikatorinnen zu nutzen. Hier wird ein enormes Wissensspektrum geteilt – Und jede Information, die über die Schüler:innen in den Betrieben ankommt, ist unbezahlbar, wenn dadurch die Gesundheit der Arbeitnehmer:innen im Bereich Holzbearbeitung gewahrt bleibt.

AUVA-Vortrag beim Fachseminar "Sichere Holzbearbeitung"
Theoretischer Input im prall gefüllten Vortragssaal des Bildungszentrums LLA Imst. (Foto: R. Reichhart)

Erfolgreiches Konzept

Der Erfolg gibt dem Seminar recht: Das Interesse am Schulungsangebot ist sehr hoch. Jedes Jahr melden sich über 100 Lehrpersonen, die freiwillig an diesem AUVA-Fachseminar teilnehmen möchten. Das Seminar richtet sich an alle Praxislehrkräfte von Ausbildungsstätten, die praktische Holzberufe ausbilden (Berufsschulen, HTLs, landwirtschaftliche Fachschulen u.a.). Wer sich fürs nächste Schuljahr mit Neuerungen zur sicheren Holzbearbeitung rüsten will: Auch kommenden Sommer – vom 27. bis 29. August 2024 – ist ein Kurs mit neuen fachlichen Schwerpunkten geplant, Gastgeberin wird die Landesberufsschule Fürstenfeld sein. Genauere Informationen werden rechtzeitig an die Bildungseinrichtungen übermittelt. Wie jedes Jahr gilt: Bekannte und neue Gesichter sind herzlich willkommen!

Eindrücke vom Fachseminar 2023 in Tirol (Fotos: R. Reichhart)

Für Fragen zu den Themen Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz und während der Ausbildung steht Ihnen das Präventionsteam der AUVA jederzeit gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns unter sichereswissen@auva.at