Sicheres Busfahren und richtiges Verhalten an der Haltestelle gehören auch zum Schulwegtraining. Unsere 10 Tipps für einen sicheren Schulweg mit dem Bus zeigen, wie es geht.

Viele Kinder nutzen für ihren Schulweg den Bus. (Foto: R. Reichhart)

Viele Schüler:innen sind am Schulweg auf den Bus angewiesen. Er gilt – statistisch gesehen – als sicheres Verkehrsmittel, weshalb beim Schulwegtraining meist wenig auf das richtige Verhalten an der Haltestelle und beim Busfahren geachtet wird. Österreichweit passieren durchschnittlich zwar nur rund sieben Prozent aller Schulwegunfälle in und um den Bus – dennoch gehen diese Unfälle auch mit schweren Verletzungen einher. Das bestätigen die Unfallmeldungen an die AUVA. Häufig treten Gefährdungen und Verletzungen beim Ein- und Aussteigen, beim Warten an der Haltestelle, beim Einschwenken des Busses oder während der Fahrt auf. Ebenso birgt das Überqueren der Fahrbahn knapp vor oder hinter einem Bus ein besonders hohes Unfallrisiko. Daher empfiehlt die AUVA Eltern, auch das Busfahren mit ihrem Kind zu üben.

 

10 AUVA-Tipps für einen sicheren Schulweg mit dem Bus

Folgende Tipps für Eltern zeigen, wie sie das sichere Busfahren sowie das richtige Verhalten an der Haltestelle mit ihrem Kind trainieren können. Wichtig ist, dass auch der Weg zur Haltestelle und von der Haltestelle zurück nach Hause geübt wird – vor allem dann, wenn das Kind Straßen überqueren muss.

 

(1) Rechtzeitig losgehen

In der Früh sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Verspätetes Losgehen führt bei Kindern zu Hektik und lässt sie die Herausforderungen des Straßenverkehrs vergessen. Muss dann auch noch eine Fahrbahn überquert werden, während der Bus schon abfahrbereit ist, kann das verhängnisvolle Folgen haben. Besser ist es jedenfalls, den Bus zu verpassen, als unüberlegt über die Fahrbahn zu laufen.

 

(2) Ruhig warten

Es ist verständlich, dass sich Kinder nach einem Zeitvertreib sehnen, um das Warten auf den Bus an der Halstestelle zu überbrücken. Unkontrolliertes Spielen, Toben oder Schubsen sollte jedoch tabu sein.

 

(3) Abstand halten

Was vielen Kindern nicht bewusst ist: Busse schwenken beim Einfahren in die Haltestelle mit dem Vorderteil häufig über den Gehsteig. Auch beim Ausfahren des Busses aus der Haltestelle können Kinder vom hinteren Teil des Busses erfasst werden, wenn sie zu knapp am Straßenrand stehen. Aus diesem Grund ist stets ein Abstand von mindestens einem Meter zur Gehsteigkante einzuhalten!

Was passieren kann, wenn nicht ausreichend Abstand gehalten wird, zeigen Experimente mit einem Dummy. (Aktion „Meine Busschule“). (Foto: J. Wölfl)

(4) Warten, bis der Bus steht

Fährt der Bus in die Haltestelle ein, wollen Kinder so schnell wie möglich einsteigen und drängeln oder laufen sogar dem Bus entgegen. Dabei vergessen sie manchmal den einzuhaltenden Sicherheitsabstand zur Gehsteigkante. Wichtig: Kinder dürfen erst an den Bus herantreten, wenn dieser bereits zum Stillstand gekommen ist und die Türen geöffnet werden.

Viel zu knapp! Immer ausreichend Abstand zum Gehsteigrand halten. (Foto: J. Rauch)

(5) Geordnetes Einsteigen

Gerade beim Einsteigen in den Bus kommt es häufig zu Gerangel und Gedränge. Kinder drücken und schubsen einander, wobei die Kleineren meist das Nachsehen haben. In der Reihe, nacheinander und mit der Schultasche in der Hand, funktioniert das Einsteigen genauso schnell – und Verletzungen können dadurch vermieden werden.

So nicht! Drängeln kann zu Stürzen führen. (Foto: R. Reichhart)
So geht das Einsteigen richtig. (Foto: R. Reichhart)

(6) Sitzplätze nutzen

Kinder vertreiben sich die Zeit im Bus gerne mit Gesprächen oder gehen herum. Dabei ist ihnen die Verletzungsgefahr nicht wirklich bewusst – vor allem, wenn der Bus plötzlich bremsen muss. Auch wenn sich die Kinder während der Fahrt lieber direkt bei ihren Freunden:Freundinnen aufhalten möchten: Die sicherste Position im Bus ist der Sitzplatz! Sofern Sitzplätze vorhanden sind, sollen Kinder diese nutzen und während der Fahrt sitzen bleiben. Die meisten Sitzplätze haben Sicherheitsgurte, diese sollten jedenfalls verwendet werden.

Für jedes Kind einen Platz. So macht das Busfahren Spaß. (Foto: APA Fotoservice Juhascz)

(7) Sicherer Halt bei Stehplätzen

Gibt es keinen freien Sitzplatz, ist ein sicherer Halt entscheidend. Um bei Bremsmanövern nicht zu stürzen, müssen Kinder lernen, sich gut an den Haltevorrichtungen festzuhalten. Wichtig dabei: beide Hände nutzen! Das ist sicherer als sich nur mit einer Hand festzuhalten. Tabu ist der Aufenthalt auf Ein- und Ausstiegstreppen – sie sind Sicherheitsbereiche und keine geeigneten Stehplätze.

 

(8) Auch Aussteigen will gelernt sein

Die Aussicht, bald zu Hause zu sein, lässt Kinder vorzeitig aufstehen und zu den Türen gehen. Viele Unfälle passieren jedoch beim Einfahren in die Haltestelle. Den Kindern ist nicht bewusst, dass sie auch bei Bremsungen mit geringer Geschwindigkeit nach vorne geschleudert werden können. Wichtig ist es, erst vom Sitzplatz aufzustehen, wenn der Bus zum Stillstand kommt, bzw. sich jedenfalls gut bei der Haltevorrichtung festzuhalten.

 

(9) Nie vor oder hinter einem Bus queren

Müssen Kinder nach dem Aussteigen die Fahrbahn queren, darf das Kind nie direkt vor oder hinter einem Bus vorbeigehen. Das Kind ist durch den Bus verdeckt, weshalb herannahende Lenker:innen es weder rechtzeitig erkennen noch rechtzeitig bremsen können. Das gilt auch für die Buslenker:innen, welche Kinder in den „Toten-Winkel-Bereichen“ nur eingeschränkt wahrnehmen können. Für Kinder gilt jedenfalls: Entweder warten, bis der Bus abgefahren ist, oder zur nächsten sicheren Überquerungsstelle in der Nähe der Haltestelle gehen.

Sichtproblematik! Nie vor oder hinter einem Bus queren. (Foto: R. Reichhart)

(10) Vorbild sein und viel üben

Je öfter die Kinder vor der ersten selbständigen Fahrt trainiert und erlebt haben, wie man sich am Weg zum Bus, an der Haltestelle und im Bus richtig verhält, desto sicherer werden sich Eltern und Kinder fühlen und sein. Tipp: Machen Sie viele gemeinsame Busfahrten und leben Sie richtiges Verhalten vor, denn: Kinder lernen und verinnerlichen vieles beim Beobachten und „Dabeisein“.

Weitere Blog-Beiträge zur Serie „Schulwegtraining“:

Bei Fragen zum Thema sicherer Schulweg steht Ihnen das Präventionsteam der AUVA jederzeit gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns unter sichereswissen@auva.at

Die Inhalte dieses Beitrags beziehen sich auf die AUVA-Broschüre „Sicher im Bus und an der Haltestelle – Informationen und Tipps für Eltern“, die im Rahmen des AUVA-Präventionsschwerpunkts „Komm gut an!“ entwickelt wurde. Diese Broschüre ist für Volksschulen, Kindergärten und Elternvereine kostenfrei beziehbar.

 

Bestellungen richten Sie bitte – unter Angabe der gewünschten Stückzahl sowie der Adresse der Bildungseinrichtung oder des Elternvereins – per E-Mail an: HSP@auva.at